Meine Zeit hier in Indien neigt sich nun sehr schnell dem Ende entgegen.
Zeit den Schlussspurt einzuläuten, das hat sich auch mein Unterbewusstsein gedacht und mich heute morgen dazu veranlasst von Schwarzbrot zu träumen. Ein Tablett mit 6 Schwarzbroten im 2x1 Format, belegt mit:
1. Nutella
2. Butter und Salami
3. Butter und Gelbwurst/Lyoner/Extrawurst (österreichisch)
4. Butter und Schinken
5. Honig
6. Butter und Salz
Mein Zustand ist also bedenkenswert. Obwohl ich an den letzten zwei Wochenenden durchaus westliche Küche genießen konnte. Nach Hyderabad bin ich alleine gefahren und habe dort einen sehr netten Inder gefunden, der mir seine Couch anbot und mir Hyderabad auf dem Sozius seines Motorrads im Großstadtverkehr zeigte.
Ich nenne es mein indisches Wochenende, weil ich nicht mit einer Horde Europäer in irgendeinem Touristentempel eingefallen bin, sondern mir eine untouristische Metropole angeschaut habe. Dennoch sehr interessant, da Hyderabad aufgrund seiner muslimischen Vergangenheit beeindruckende Gebäude in ebendiesem Stil vorzuweisen hat. Dazu darf an einem Besuch in Hyderabad das berühmte Biryani nicht fehlen! Hier in Südindien bekommt man das zwar überall, original ist es aber in Hyderabad. Biryani ist ein Reisgericht, das viele Stunden in Schichten gelagert gart. Reis, spezielle Soße (auf europäischer Skala nannte man sie scharf) und gekochtes Ei / Huhn / Ziege / Gemüse ... in Biryani macht man hier alles rein, aber immer nur eines davon. In Hyderabad muss man das Mutton (Ziege/Ziegenbock, nicht so ganz klar) Biryani gegessen haben, das habe ich dann auch gemacht. Das war eines der leckersten Gerichte, das ich überhaupt je gegessen habe. Dazu kam, dass ich bei meinem Host Müsli mit Jogurt essen konnte, ja man kann simples Müsli mit Jogurt sehr stark vermissen. Genauso wie studentische Nudeln mit Tomatensauce, da mir eine Küche zur Verfügung stand hatte ich dann tatsächlich an meinem indischen Wochenende mehr 'Westliches' als Indisches gegessen.
Und dann wenige Meter weiter findet der aufmerksame Stadttourist einen sehr beeindruckenden Obst- und Gemüsemarkt. Dort sitzen die Marktfrauen auf ihrem Stand, weil sonst kein Platz ist. Eine riesige Auswahl an frischem Obst- und Gemüse aller Art. Vieles davon hat, glaube ich, keinen richtigen deutschen Namen oder hat mal jemand etwas von einer deutschen Übersetzung des custard apple gehört (dict.cc spuckt Blödsinn aus). Oder reife Papayas, die am Morgen noch am Baum hätten hängen können.
Zeit den Schlussspurt einzuläuten, das hat sich auch mein Unterbewusstsein gedacht und mich heute morgen dazu veranlasst von Schwarzbrot zu träumen. Ein Tablett mit 6 Schwarzbroten im 2x1 Format, belegt mit:
1. Nutella
2. Butter und Salami
3. Butter und Gelbwurst/Lyoner/Extrawurst (österreichisch)
4. Butter und Schinken
5. Honig
6. Butter und Salz
Mein Zustand ist also bedenkenswert. Obwohl ich an den letzten zwei Wochenenden durchaus westliche Küche genießen konnte. Nach Hyderabad bin ich alleine gefahren und habe dort einen sehr netten Inder gefunden, der mir seine Couch anbot und mir Hyderabad auf dem Sozius seines Motorrads im Großstadtverkehr zeigte.
| Recht geregelter Verkehr, man achtet sogar auf Ampeln (unüblich hier) |
Wie immer vergeht die Zeit rasend schnell und das nächste Wochenende steht schon an, das war dann Goa. Goa - bekannt als Hippiehochburg der vergangenen Jahrzehnte, heute Partyparadies in Indien, während es in Indien eine Kunst ist Bier / Wein / allgemein Alkohol aufzutreiben, ist es in Goa eine Kunst ein Restaurant zu finden, in dem es kein Alkohol gibt. Das liegt maßgeblich an der unterschiedlichen Kolonialvergangenheit - die Portugiesen lieben das Leben einfach mehr als die Engländer. In Old-Goa gibt es Asiens größte Kathedrale (sieht nicht sehr spektakulär aus, wenn man mal den Dom zu Köln gesehen hat), aber auch eine Kirche in der der heilige Franz Xavier aufgebahrt ist. Eine Ganzkörperreliquie, durchaus abgefahren, dass die Jungs hier den kleinen, seit hunderten Jahren toten Franz in einen Kasten mit Fenstern auf einen Schrein hieven. Jedes Jahr im Dezember holt man ihn dann von seinem hohen Ross und zeigt ihn dem Pöbel. Man glaubt tatsächlich er würde nicht verwesen, er ist ja heilig. So richtig unverwest sah der aber nicht aus.
In Panjim, der Regierungshauptstadt Goas, 10 km von Old-Goa entfernt, gibt es einen großen Markt. Ich wollte einen Fischmarkt sehen, das hat auch geklappt: Haileber, ganze Fische, halbe Fische, Muscheln, komische andere Organe aber nebenan ein Fleischmarkt. Fleischmarkt bedeutet eine Ansammlung von Metzgereien, die 2 Meter weiter schlachten und dann das Tier im Offenen ausnehmen. Kühlung gibt es nicht, Gestank war aber auch nicht zu verspüren. Bilder von Ziegenherzen oder auf- oder abgesägten Köpfen und hängenden Körpern möchte ich ersparen, also lieber einen Eimer voller Hühnerfüße (Man erinnere sich vielleicht an Prisonbreak).
| Ich hoffe das sind Hühnerfüße, sieht irgendwie extrem aus, könnten auch Alienhände sein. |
| Obst- und Gemüsemarkt, es fehlte der typische Olivenstand, der den ganzen Markt mit Geruch eindeckt. |
Nachdem man das Kulturprogramm abhakt, geht man zum eigentlich goaischen Wochenende über, was bedeutet einen der vielen wunderschönen Strände zu erreichen, dort ein Zimmer zu ergattern und zum Abendessen wahnsinnig leckeres Essen und Cocktails im gleichen Laden zu bekommen. Lecker Mojito mit frischen Minzblättern für 70 Rupien im teuren Palolem, was zwar als ruhig gilt, aber touristisch schon so sehr erschlossen ist, dass man sich eine 24/7 Bar am Strand leistet, und das im erzkonservativsten Indien. Dazu einen ganzen Kingfish vom Grill, lecker lecker. Kulinarisch war das Wochenende ein totaler Hit. Der Strand auch, ein Holländer, ein Waliser und ich hatten auch den Plan uns zum totalen Affen zu machen und wollten Surfboards ausleihen - leider (oder zum Glück) ohne Erfolg. Ein Wochenende voller Dolce-Vita sozusagen.
Zwischendrin natürlich die ganzen Ramschverkäufer, die aber glücklicherweise in Goa alle richtig gut englisch sprechen können (zwecks Abwimmelei). Sogar die kleinen Kinder können das, gegen die haben wir dann noch Strandfußball mit indischen Regeln gespielt. Goa ist also eine Reise wert, wenn man eine Menge Spaß haben will, indische Kultur und indisches Essen wird man dabei eher nicht finden. Eine Reise nach Goa ist eine Reise in einen Urlaubsort, an dem es noch Einheimische gibt, diese aber an Weiße gewöhnt sind und europäischen Touristenstandard erfüllen. Saubere Zimmer, abgetrennte Bäder, westliche Toiletten, abschließbare Türen, bequeme Betten, saubere Bettlaken. Mehr als man in Indien für 150 Rupien (weniger als 3€) pro Nacht in einem Touristenort erwartet.
| Fischer am Palolem Beach |
Mein Aufenthalt in Indien neigt sich dem Ende zu, da ich meinen Bericht abgegeben habe und nur noch 10 Tage übrig bleiben. Diese vergehen schneller als im Flug. Und schwupps, werde ich im Flugzeug nach Dubai sitzen, dort vielleicht schon das erste Rind essen und am Flughafen in Düsseldorf eine Currywurst oder so reinwerfen. 2 Tage in Neuss und dann ab nach Konstanz. Das Leben holt mich also nach dieser surrealen Zeit in Indien wieder ein.
Namaste
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