Donnerstag, 29. September 2011

Ok big boys

So jetzt bin ich quasi in Indien wirklich mit allem fertig, habe sogar schon fast alles gepackt und hoffe unter meiner Gewichtsfreigrenze zu bleiben. Ansonsten muss ich eben extrem viele Sachen anziehen. Vielleicht ist es ja in Deutschland schon kalt genug für zwei Pullis.
Ich habe vorhin mal nachgeguckt in den Statistiken von wo die Seitenzugriffe kommen und das war interessant. Die meisten natürlich aus Deutschland, manche wenige aus Nachbarländern (zufällig über Google hier gelandet) und der Rest aus Indien (wahrscheinlich ihr Mitpraktikanten, die ihr mir nie mitgeteilt habt, dass ihr von diesem Blog wisst, obwohl ich das nie gesagt habe).
Also ich danke für die positive Rückmeldung Mama, Papa, meinen Eltern, Geschwistern, Freunden in Konstanz (darunter die ein oder andere besondere E-Mail), Freunden um Neuss herum und natürlich Janas Mutter für das Interesse, die Jahreszeit lasse ich aus Gründen des Datenschutzes weg.

Vielen Dank auch für die Unterstützung die ich von vielen Seiten erfahren habe, natürlich dem Baggerseepirat mit IAESTE überhaupt anzukommen und so vielen mehr.

Ganz besonders danke ich natürlich den ganzen Damen und Herren mit denen ich hier in Indien soviel Zeit verbracht habe und die das hier alles nicht verstehen können, weil es zu deutsch ist.

Ich fühle mich schon wie auf der Heimreise und werde hier auch die Motivation verloren haben weiterzuschreiben, dafür bin ich ja wieder in Deutschland und wie gewohnt unter schnellem Internet erreichbar. Und kann ab dann persönlich Auskunft geben über mögliche Themen hier wie öffentlicher Transport, Lastentransport, der übliche Tagesablauf, und viel mehr....

Namaste,
Philipp

Mittwoch, 21. September 2011

Ich träume von Schwarzbrot

Meine Zeit hier in Indien neigt sich nun sehr schnell dem Ende entgegen.
Zeit den Schlussspurt einzuläuten, das hat sich auch mein Unterbewusstsein gedacht und mich heute morgen dazu veranlasst von Schwarzbrot zu träumen. Ein Tablett mit 6 Schwarzbroten im 2x1 Format, belegt mit:
1. Nutella
2. Butter und Salami
3. Butter und Gelbwurst/Lyoner/Extrawurst (österreichisch)
4. Butter und Schinken
5. Honig
6. Butter und Salz
Mein Zustand ist also bedenkenswert. Obwohl ich an den letzten zwei Wochenenden durchaus westliche Küche genießen konnte. Nach Hyderabad bin ich alleine gefahren und habe dort einen sehr netten Inder gefunden, der mir seine Couch anbot und mir Hyderabad auf dem Sozius seines Motorrads im Großstadtverkehr zeigte.
Recht geregelter Verkehr, man achtet sogar auf Ampeln (unüblich hier)
Ich nenne es mein indisches Wochenende, weil ich nicht mit einer Horde Europäer in irgendeinem Touristentempel eingefallen bin, sondern mir eine untouristische Metropole angeschaut habe. Dennoch sehr interessant, da Hyderabad aufgrund seiner muslimischen Vergangenheit beeindruckende Gebäude in ebendiesem Stil vorzuweisen hat. Dazu darf an einem Besuch in Hyderabad das berühmte Biryani nicht fehlen! Hier in Südindien bekommt man das zwar überall, original ist es aber in Hyderabad. Biryani ist ein Reisgericht, das viele Stunden in Schichten gelagert gart. Reis, spezielle Soße (auf europäischer Skala nannte man sie scharf) und gekochtes Ei / Huhn / Ziege / Gemüse ... in Biryani macht man hier alles rein, aber immer nur eines davon. In Hyderabad muss man das Mutton (Ziege/Ziegenbock, nicht so ganz klar) Biryani gegessen haben, das habe ich dann auch gemacht. Das war eines der leckersten Gerichte, das ich überhaupt je gegessen habe. Dazu kam, dass ich bei meinem Host Müsli mit Jogurt essen konnte, ja man kann simples Müsli mit Jogurt sehr stark vermissen. Genauso wie studentische Nudeln mit Tomatensauce, da mir eine Küche zur Verfügung stand hatte ich dann tatsächlich an meinem indischen Wochenende mehr 'Westliches' als Indisches gegessen. 
Wie immer vergeht die Zeit rasend schnell und das nächste Wochenende steht schon an, das war dann Goa. Goa - bekannt als Hippiehochburg der vergangenen Jahrzehnte, heute Partyparadies in Indien, während es in Indien eine Kunst ist Bier / Wein / allgemein Alkohol aufzutreiben, ist es in Goa eine Kunst ein Restaurant zu finden, in dem es kein Alkohol gibt. Das liegt maßgeblich an der unterschiedlichen Kolonialvergangenheit - die Portugiesen lieben das Leben einfach mehr als die Engländer. In Old-Goa gibt es Asiens größte Kathedrale (sieht nicht sehr spektakulär aus, wenn man mal den Dom zu Köln gesehen hat), aber auch eine Kirche in der der heilige Franz Xavier aufgebahrt ist. Eine Ganzkörperreliquie, durchaus abgefahren, dass die Jungs hier den kleinen, seit hunderten Jahren toten Franz in einen Kasten mit Fenstern auf einen Schrein hieven. Jedes Jahr im Dezember holt man ihn dann von seinem hohen Ross und zeigt ihn dem Pöbel. Man glaubt tatsächlich er würde nicht verwesen, er ist ja heilig. So richtig unverwest sah der aber nicht aus.
In Panjim, der Regierungshauptstadt Goas, 10 km von Old-Goa entfernt,  gibt es einen großen Markt. Ich wollte einen Fischmarkt sehen, das hat auch geklappt: Haileber, ganze Fische, halbe Fische, Muscheln, komische andere Organe aber nebenan ein Fleischmarkt. Fleischmarkt bedeutet eine Ansammlung von Metzgereien, die 2 Meter weiter schlachten und dann das Tier im Offenen ausnehmen. Kühlung gibt es nicht, Gestank war aber auch nicht zu verspüren. Bilder von Ziegenherzen oder auf- oder abgesägten Köpfen und hängenden Körpern möchte ich ersparen, also lieber einen Eimer voller Hühnerfüße (Man erinnere sich vielleicht an Prisonbreak).
Ich hoffe das sind Hühnerfüße, sieht irgendwie extrem aus, könnten auch Alienhände sein.
Und dann wenige Meter weiter findet der aufmerksame Stadttourist einen sehr beeindruckenden Obst- und Gemüsemarkt. Dort sitzen die Marktfrauen auf ihrem Stand, weil sonst kein Platz ist. Eine riesige Auswahl an frischem Obst- und Gemüse aller Art. Vieles davon hat, glaube ich, keinen richtigen deutschen Namen oder hat mal jemand etwas von einer deutschen Übersetzung des custard apple gehört (dict.cc spuckt Blödsinn aus). Oder reife Papayas, die am Morgen noch am Baum hätten hängen können.
Obst- und Gemüsemarkt, es fehlte der typische Olivenstand, der den ganzen Markt mit Geruch eindeckt.
Nachdem man das Kulturprogramm abhakt, geht man zum eigentlich goaischen Wochenende über, was bedeutet einen der vielen wunderschönen Strände zu erreichen, dort ein Zimmer zu ergattern und zum Abendessen wahnsinnig leckeres Essen und Cocktails im gleichen Laden zu bekommen. Lecker Mojito mit frischen Minzblättern für 70 Rupien im teuren Palolem, was zwar als ruhig gilt, aber touristisch schon so sehr erschlossen ist, dass man sich eine 24/7 Bar am Strand leistet, und das im erzkonservativsten Indien. Dazu einen ganzen Kingfish vom Grill, lecker lecker. Kulinarisch war das Wochenende ein totaler Hit. Der Strand auch, ein Holländer, ein Waliser und ich hatten auch den Plan uns zum totalen Affen zu machen und wollten Surfboards ausleihen - leider (oder zum Glück) ohne Erfolg. Ein Wochenende voller Dolce-Vita sozusagen.
Fischer am Palolem Beach
Zwischendrin natürlich die ganzen Ramschverkäufer, die aber glücklicherweise in Goa alle richtig gut englisch sprechen können (zwecks Abwimmelei). Sogar die kleinen Kinder können das, gegen die haben wir dann noch Strandfußball mit indischen Regeln gespielt. Goa ist also eine Reise wert, wenn man eine Menge Spaß haben will, indische Kultur und indisches Essen wird man dabei eher nicht finden. Eine Reise nach Goa ist eine Reise in einen Urlaubsort, an dem es noch Einheimische gibt, diese aber an Weiße gewöhnt sind und europäischen Touristenstandard erfüllen. Saubere Zimmer, abgetrennte Bäder, westliche Toiletten, abschließbare Türen, bequeme Betten, saubere Bettlaken. Mehr als man in Indien für 150 Rupien (weniger als 3€) pro Nacht in einem Touristenort erwartet.

Mein Aufenthalt in Indien neigt sich dem Ende zu, da ich meinen Bericht abgegeben habe und nur noch 10 Tage übrig bleiben. Diese vergehen schneller als im Flug. Und schwupps, werde ich im Flugzeug nach Dubai sitzen, dort vielleicht schon das erste Rind essen und am Flughafen in Düsseldorf eine Currywurst oder so reinwerfen. 2 Tage in Neuss und dann ab nach Konstanz. Das Leben holt mich also nach dieser surrealen Zeit in Indien wieder ein.

Namaste

Samstag, 10. September 2011

Gokarna war zu verrückt um es in Worte zu fassen!

... Deshalb versuche ich es mit Bildern:
Der Weg zu unserem Hotel war eigentlich diese Brücke, da die Brücke nicht befahrbar war, mussten wir halt durch die Brühe dadrunter...

Mein erster Handstand in Indien, bei dem ich mehrere Sekunden handstand. Der Strand heißt Paradise Beach, weil er einfach paradiesisch war!

Grund 1: Kokosnusspalme erklettern (check!)

In einen fahrenden Zug einsteigen (check!)! Dabei, da ersten Gegenstand verloren, altertümlichen Brustpanzer als Rüstung tragen, denn ich bin ein Ritter. Im Zug auch versuchen Omlettes and Toast zu verkaufen, natürlich im Brustpanzer - Für alle die sich fragen wo mein Pferd ist: Ich habe es dem Stallburschen im Paketwagen gegeben, er kümmert sich drum. 

Man erkennt zwei Dinge: Ich habe einen Stern auf die Stirn geklebt (dazu schreibe ich aber etwas) und ich sitze an einem Fenster ohne Gitterstäbe, das war großartig! Zugfahren, einnicken und geweckt werden, weil einem der Regen ins Gesicht peitscht. 

Sonnenanbeter am Om-Beach

Auf dem Weg ins Paradies muss man auch am Semiparadies vorbei, wobei ich zugebe, dass das auch sehr paradiesisch war!
Die Reihenfolge macht keinen Sinn, natürlich fährt man erst mit dem Zug, chillt dann auf dem Stuhl rum und macht danach seinen Hike ins Paradies um dort auf Kokospalmen zu klettern und Kokosmilch zu trinken. Kokosmilch, weil die Herren dort kein Trinkwasser hatten, wir aber sehr durstig waren (Mittagshitze in Indien und eine Menge zurückgelegte Strecke).
Den Stern hatte ich im Gesicht, weil über das gesamte Wochenende ein Spiel gespielt wurde: Zu Beginn muss jeder irgendeinen Gegenstand kaufen, der von einem anderen (zugelost) die ganze Zeit offen getragen werden muss, meine Punkte waren noch glücklich. Auf dem ein oder anderen Bild kann man sehen, dass aus dem Stern auf der Stirn ein ganzes glänzendes Gesicht wurde. Andere Gegenstände waren: Klobürste, rosa Puppe, Torso einer Schaufensterpuppe (sperrig und unnötig, schlimmster Gegenstand, von einem Waliser an einen Franzosen), ein Stirnband und eine Spülbürste (musste als Indianerfeder getragen werden), Trillerpfeife uvm....

Zum Abschluss noch ein Bild vom Strandyoga:

Yoga ist kein Pappenstiel, immer schön in die Bandas atmen!
Wer sich wundert, warum da soviele Bilder dabei sind:
Ich befinde mich gerade im Kulturzentrum der Metropole Hyderabad und da gibt es richtig fixes Internetz, das ich mal nutzen musste. Jetzt muss ich los, Fotopräsentation von Fotokünstlern startet in wenigen Sekunden, das muss ich mir natürlich angucken!

Namaste!


Donnerstag, 1. September 2011

Niveauausflüge nach Cochin und Hampi

Letztendlich bin ich ja hier auf einer Bildungsreise. Unter der Woche findet man jemanden, der einen Wochenendtrip organisiert oder man tut es eben selbst. Wenn man hier in Südindien weilt und Hampi nur wenige Stunden mit dem Bus entfernt ist (etwa eine Nacht), muss man sich das angucken. Das hat man uns vorher gesagt und ich persönlich gebe das auch gerne weiter! Mit Cochin ist das ähnlich, dort gibt es zwar nicht soviel zu sehen, interessant ist die Lage und die Situation dennoch, da dort Moschee, Kirche, Synagoge und hinduistische Tempel aufeinandertreffen. Die Kirche war vom Baulichen nicht besonders beeindruckend, ich war lediglich an die Säulen der Erde (Ken Follet) erinnert, da es sich um ein simples Holzdach handelte. Gerade die Art von Holzdach, die man als kleiner Frechdachs anzündet, damit der Papa einen Job bekommt. Cochin ist touristisch überlaufen, ich habe noch nie soviele mittvierziger Französinnen wie dort gesehen. Touristisch überlaufen bedeutet auch, dass die Rickshawfahrer Hellhäutige geradezu angreifen. Ich verlasse also den Bus, gucke mich noch nichtmal um da werde ich schon gefragt 'Rickshaw?'- 'No, thank you!'- 'Tuk - Tuk?', ich denke mir also "Ey Typ, ich will keine Rickshaw, also auch kein Tuk-Tuk" und sage 'No?!?' und aus ihm kommt nur ein total verdutztes 'Why not?!' heraus. Wirkte sehr skuril ein bisschen wie wenn ich eine Zeitung von gestern heute am Kiosk zurückgeben will und mich der Typ fragt 'warum' und ich einfach 'warum nicht' sagen würde.
Jedenfalls gibt es Cochin schon sehr lange und im Laufe der Kolonialisierung haben Portugiesen und Holländer am Süppchen Cochin mitgekocht. Was man in Cochin jedoch hauptsächlich kocht, ist Fisch. Der Ort liegt an der Westküste und ist auf einer Halbinsel. Das touristisch bekannteste Motiv, auf vielen Postkarten sichtbar - sind chinesische Fischernetze. Das sind gut austarierte große Holzbalken (auf der einen Seite das Netz, auf der anderen etwa 800 kg Steine), die alle paar Monate verrotten und neu zusammengebaut werden. Man lässt also dieses große Netz ins Wasser und zieht es später wieder heraus. Ins Wasser lassen bedeutet ein leichtes Anheben (eine Arbeit, die man alleine leicht vonstatten bringt), zum Herausziehen stimmt man ein seemännisches HEYAheyaheyaheyaHEYAheyaheya... an um im gleichen Rhythmus zu ziehen.
Das machte uns Spaß, den Indern machte es Spaß uns ihre Arbeit zu zeigen, wenn man das Bild ansieht sieht man links und rechts des Holzstegs große Mengen an Müll. Ja, das ist richtig, der offizielle Mülleimer in Indien ist einfach Boden. Man ist so müllbewusst erzogen und sucht einen Mülleimer, oftmals für viele Minuten, vergeblich. Der Straßenrand egal welcher Straße sieht zugemüllt aus, das Meeresufer sieht schrecklich aus, zum Zumüllen später nochmehr.
Wir haben tatsächlich einen Fischifisch gefangen!

Diese Gegend um Cochin ist bekannt für eine ganz besondere Art von Theater. Es handelte sich dabei um hochtraditionelles (viele hundert Jahre alte Kunst) Tanztheater. Eine ganze Aufführung dauert so etwa 14 Stunden (mehr oder weniger...), wir sahen einen Ausschnitt in dem Gut Böse bekämpft und gewinnt. Tanztheater in Konstanz war deutlich angenehmer anzuschauen als diese Vorführung. Ich gebe zu, dass die Jungs das bestimmt richtig gut konnten. Diese Art Theater wird jedoch nur an sehr wenigen Schulen gelehrt und diese sind überlaufen. Dort studiert man dann entweder Trommel, Gesang oder Schauspiel (alles etwa 4 Jahre, so genau habe ich mir das nicht gemerkt). Jedenfalls erinnerte das alles stark an Eurythmie. Jede Phrase bekommt eine eigene Bewegung, die Körper und Mimik einschließt. Diese muss nicht intuitiv verständlich sein. Daher kann man selbst mit Inhaltsangabe dem Stück nicht folgen. Es wirkt wie ein schräges Getanze zweier Männer, die enorm geschminkt sind. Ahja, bevor diese 2 Szenen gespielt werden, wird auf traditionelle Art geschminkt, man nimmt bestimmte Steine und Kokosnussöl (natürlich, man ist ja in Kerala) und reibt diese auf einer Art Schieferpalette. Damit färbt man dann sich und seine Kollegen ein. Zeitweise wirkte das wie eine homoerotische Bodypantingparty.
In der Bildmitte, der Dämon, der später noch umgebracht wird. Links der Trommler, der dafür 4 Jahre ausgebildet wurde.

Laut Ausflugsplan haben wir dann noch einen Backwatertrip gemacht, also sind in eine Nussschale eingestiegen und sind durch die kleinen Wassergässchen gegondelt. Zwischenhalte haben uns gelehrt, wie man aus Kokosnussschale Seile herstellt, wie man Kokosnussfruchtfleisch von der Schale trennt und dass es selten vorkommt, dass man von einer Kokosnuss erschlagen wird. Außerdem wäre das nichts Schlimmes, die Kokosnuss in Kerala eine heilige Frucht ist. Während wir also durchs Wasser dümpeln werden wir von Wasserschlangen begleitet, sehen natürlich Kühe, die gibt es ja hier überall, einen Kingfisher (das ist der Blau-Orangene Vogel, das Wappentier eines der zwei größten Unternehmen, dieser Vogel prangt auf Bier einer Airline, Wasser und Kram - in dieser Reihenfolge). Und das Highlight: Ich war dort wo der Pfeffer wächst. Also Pfeffer (holt man mit 9 Mannen in einem Land für alle, die in die Fuggersche Kaufmannslehre gingen) wächst an einem Baum als Ranke, aber nicht als Parasit. Das ist unserem Führer und bestimmt auch dem Pfeffer wichtig. So roh vom Baum ist er grün und schmeckt noch nicht (trocknet man ihn bekommt man grünen Pfeffer für die Mühle). Verschiedene Trocknungen lassen ihn entweder schwarz, weiß oder rot werden. Dann zeigte man uns einen Baum dessen Blätter zum Würzen genutzt werden, diese heißen vielversprechenderweise Allspice. Vielleicht ist es dieses Gewürz, was jedem indischen Gericht beiwohnt, auch wenn es nur ein Käse-Tomate-Sandwich ist. Direkt daneben wuchs ein Zimtbaum. Zimt selbst ist ja bekanntlich eines Baumes getrocknete Rinde. Ritzt man den Baum frisch an (findet man dahinter entweder die Made mit dem Kinde - oder eben nicht) und isst den Zimt direkt pur, so schmeckt er zunächst süß, dann wie man Zimt kennt und dann etwas scharf, interessante Kombination. Zuallerletzt machte man uns mit der Muskatpflanze bekannt. Für mich gab es bisher nur die dazugehörige Nuss zum Reiben in Kartoffelbrei. Genauso geschmacksintensiv, aber viel einfacher zu verarbeiten ist die innere Schale. Diese ist rot und sieh etwa so aus wie eine Hundelefze, wahrscheinlich gibt es die daheim nicht, da sie sich nicht solange im Kontainer auf dem Schiff hält. 
Eine 14 Stunden lange Heimfahrt im Bus ein paar Arbeitstage und eine 10 Stunden Lange Hinfahrt später sind wir in Hospet. Das ist nicht soweit von Hampi, dem bekannten Tempelhampi entfernt, also machen wir uns auf den Weg dahin, in Rickshaws, natürlich wollen alle Fahrer uns gleichzeitig befördern und diese streiten sich um uns vielzahlende Kunden. Jedenfalls regelt sich das nach einigen Sekunden lautstarkem Gezeter und wir sind endlich auf dem Weg in die heilige Stätte Hampi. Dort angekommen sehen wir lauter Restaurants und Hotels, die behaupten europäisches Essen servieren zu können. Nach einem Frühstück in einem Solchen war manchen von uns das Gegenteil bereits bewiesen.
Wir kauften uns einen Führer, der uns Hampi selbst, die Tempel, die Umgebung und alles Sehenswerte zeigt. Da man natürlich nicht laufen mag, mieten wir uns Mopeds. Zwölfköpfige Mopedgang im indischen Linksverkehr mit inflationärem Gebrauch der Hupe, die an die Drehzahl gekoppelt ist. Also immer schön Hupen und Vollgas, sonst hört keiner. 
Ein Sechstel der Mopedgang
Neben Tempeln in Hampi hatte das Wochenende noch Tempel in Badami zu bieten. Auf dem Weg dahin machten wir Zwischenstops an anderen bekannten Sehenswürdigkeiten. Dort heißt es auf Schildern 'Indians 10 Rs',  'Foreigners 250 Rs'. Ich möchte nicht wissen, was die Mainau an den Kopf bekommen würde, würde man den 25-fachen Preis als Eintritt verlangen, das wäre für die französische Rentnerwohngemeinschaft pro Kopf mehr als 300 Euro. Ich kann verstehen, dass man soviel Geld wie möglich aus uns reichen Europäern, Russen und Amerikanern pressen will. Nur gibt es Länder in der Welt, in denen man sich 250 Rs. für alte Gebäude zehnmal überlegt, weil das Lohnniveau einfach gleich dem in Indien ist - Schweinerei sage ich da. Und habe ab dann loyal an jeder Sehenswürdigkeit (Indisch zu Ausländisch ist mindestens Faktor 10) dem Verkäufer einen Besuch im deutschen Museum zum Schnäppchenpreis von 8000 Rs. angeboten (80% der Inder haben etwa 30.000 Rs. pro Jahr zur Verfügung). Einer hat auch glücklicherweise verstanden worauf wir hinauswollten, naja nicht zu ändern. In Badami hat man Tempel in natürliche Höhlen eingeschnitten. In einer der Höhlen war auch eine Buddhastatue, dieser wurde leider das Gesicht abgeschnitten, Religionen sind untereinander einfach nicht kompatibel. 
Die haben sich mit den Tempeln wirklich Mühe gegeben.

Von diesen Höhlentempeln aus konnten wir das örtliche Wasserreservoir sehen. Das war umgeben von Treppenstufen und sah in der örtlichen Hitze zum Baden sehr einladend aus. Wir hatten noch eine Stunde bis wir zurück mussten, also machten wir uns auf den Weg um diesen Tümpel. Vorbei an einer Kuhwaschanlage, einigen Indern, die sich hinter Steinen aufhalten um sonstwas zu verrichten zu einer Höhle, die man nur kriechend betreten kann. Bewegt man sich dann noch weiter kommt man zu dem Punkt, wo das Wasser jeglichen Ballast ablegt, also alles was dieses Wasserreservoir, was als Trinkwasser genutzt wird, so abbekommt:





Schuhe sind dabei, glaube ich, noch das geringste Problem. Mich hat die farbliche Ähnlichkeit zum Pflanzenleben erstaunt. In Indien ist prinzipiell alles eine Müllhalde, darüber habe ich mich auch viel mit den Indern hier unterhalten, die sagen alle 'The problem is just, that there are too many Indians...'. Zuviel Arbeitslosigkeit, zuviel andere Probleme, wieso noch um Umweltverschmutzung kümmern, wenn du kein Dach über dem Kopf hast und Hunger leidest (Maslow lässt grüßen).
Zurück nach Hospet. Nach dem Abendessen machen wir uns auf mit einigen Rickshawfahrern einen Preis für 10 Personen auszuhandeln. Wir einigen uns auf 50 Rs. pro Person und wollen einsteigen. Eine Gruppe anderer Rickshawfahrer bietet 450 und es kommt zum Streit. Wir haben ja zugesagt und auf uns Europäer ist bekanntlich Verlass, also wollen wir einfach nur noch los. Die Inder schubsen sich noch etwas rum (spielen shaking Ullrich) fahren uns aber schlussendlich doch noch nach Hause.
Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg auf einen der umliegenden Hügel zu laufen (Hampi ist bekannt als Boulderparadies, wegen der großen Steinformationen, sieht beeindruckend aus. Entstanden aus Vulkanen vor vielen Millionen Jahren) um den Sonnenaufgang zu erleben. Sehr beeindruckend trotz Bewölkung! Das Genießen hat in mir dem Bildermachen Überwogen, ich muss nur mindestens ein Bild des Hauptportals des Tempels in Hampi veröffentlichen: Dieses zeigt das Portal in den ersten Sonnenstrahlen eines großartigen Tages, an dem wir die restlichen Sehenswürdigkeiten auf Fahrrädern erkundet haben


Später schreibe ich vielleicht noch von dem vielleicht verrücktesten Tanz, der jemals auf einer indischen Bühne vorgeführt wurde, sowie dem anschließenden Wochenende am Strand in der Nähe von Gokarna (nicht so weit südlich von Goa...) was an Verrücktheit einiges zu bieten hatte.
Namaste

Montag, 22. August 2011

Stand - Javier

Eigentlich wollte ich über den Strand schreiben, das ist aber eigentlich einfach nur ein Strand. Besonders sind die Gepflogenheiten, an die wir Europäer uns nicht halten. Inder gehen, wenn sie baden, mit Jeans und T-Shirt ins Wasser. Badehose - Fehlanzeige. Das sind männliche Inder, weibliche Inder gehen erst gar nicht rein, die einzige indische Frau, die ich im Wasser gesehen hatte, war mit einem Sari bekleidet.
Javier, mein erster Zimmergenosse hier, Vollblutspanier und ganz ganz große Spaßkanone war besonders bekleidet und ist auf Jagd nach Indern gegangen:
Dieses Bild bedarf keiner Bildunterschrift
Manche der Internationalen, die sich die Zeit nehmen nicht zu arbeiten
Jedenfalls zeigt das Bild Javier wie er leibt und lebt. Ansonsten ist Strand sandig, auf der einen Seite Wasser, auf der anderen Kokospalmen und Restaurants, bzw. Straßenküche.
Von vielen Tempeln in Hampi und chinesischen Fischernetzen in Cochin schreibe ich später noch.
Namaste


Freitag, 19. August 2011

Arbeit Arbeit

Ich bin ja jetzt schon ein paar Wochen hier und habe auch einige Stunden gearbeitet. Nachdem mein Mentor hier so zufrieden mit den Ergebnissen war, hat er mich gebeten meine Arbeit in seiner Vorlesung (Computerphysik für die Studenten im zweiten Jahr ihres Masterstudiums in Physik) vorzustellen, mit Englischsprechen, Präsentation (natürlich LaTeX) und allem Pi Pa Po. Ich habe noch ein paar meiner Mitpraktikanten eingeladen um das ein oder andere Bild zu schießen, dank denen kann ich hier auch eines publizieren:


Um meine Arbeit mal etwas genauer zu beschreiben - Höflichkeit ist kein Grund weiterzulesen (unten gibt's noch ein kleines Drehbuch für die Unphysikalischen): Ich habe mir einen Zufallszahlengenerator gebaut und mit den generierten Zufallszahlen zuerst den radioaktiven Zerfall einer bestimmten Zahl von Teilchen simuliert. Interessanterweise traf meine Zufallszahlenmethode die analytische Lösung (Exponentialfunktion mit negativem Exponenten ;-] ) exakt genug, dass man ohne Zoom den Unterschied nicht sieht. Nachdem das also geklappt hatte habe ich mich an eine reelle Zerfallskette gemacht und siehe da, auch diese Daten passten exakt zum Experiment und zur numerischen Lösung (Der Experimentator hat also durch mich nichts gewonnen, weil er eine numerische Lösung schon hatte, sofern er fähig ist google.com zu verwenden). Um nochmehr an radioaktivem Zerfall zu arbeiten, habe ich noch die Häufigkeit von Zerfallsereignissen pro Zeitintervall untersucht. Dafür erwartet man eine Poisson-Verteilung und siehe da, das klappte auch.  
Mit meiner Präsentation heute bin ich also fertig mit meinem Projekt (natürlich hat man es sich nicht nehmen lassen mich für mehr Arbeit einzuspannen und daher arbeite ich jetzt an Diffusion, das ist aber wieder eine völlig andere Geschichte).
Für die Unphysikalischen, hier weiterlesen:
Das schönste war aber Zwischenergebnisse vorzustellen, das läuft immer gleich ab, ein kleines Zwischenspiel in einem Akt:
---
Philipp: 'Hello Sir, I think I got some results' ...
[Philipp versucht sein Notebook aufzuklappen und die Maschine bereit zu machen, nachdem er das richtige Fenster findet dreht er den Bildschirm und wartet auf des Inders Kommentar] 
Mahesh: [schreit über seine Bürowand {als kleine Erklärung: Büros haben zwar eine Decke, die Wände schließen aber nicht an der Decke ab, das kann man sich wie Toilettenwände zum drübergucken vorstellen}] 'Aaaaah, Pramod, Pramod {das ist sein Büronachbar}' 
Pramod: [betritt den Raum] 'Huh?'
Mahesh: [starker indischer Akzent] 'radioactivity frequency...'
[Philipp versteckt seine Unsicherheit in einem Lächeln]
Pramod: [stärkerer indischer Akzent] 'Aaaaaaah, wonderful'
[Philipp verbirgt seine Siegesgewissheit in einem Lächeln]
[Mahesh und Pramod unterhalten sich in Hindi, Philipp guckt blöd aus der Wäsche und versucht das Verfolgen des Gesprächs vorzutäuschen]
Mahesh: 'So what you will do next, is:....'
[Pramod spricht Hindi und verlässt den Raum]
[Philipp nickt Pramod zu und hört sich seine nächste Aufgabe an]
...
Philipp: 'Thank you sir, i'll come back when I finished that'
[Ein Gespräch über mein Befinden in Indien, sowie der vergangene Wochenendtrip und der folgende Wochenendtrip könnte aufkommen]
Mahesh: 'Bye'
Philipp: 'Bye'
[Philipp verlässt den Raum, vergisst seinen Regenschirm, kommt zurück, lacht, verlässt die Bühne mit einem gekonnten Wurf, den Regenschirm in der Luft drehend]
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Naja jetzt habe ich erstmal Urlaub.
Namaste


Mittwoch, 10. August 2011

Ein Wochenende Nichtrafting

Ich bin im Büro und vernehme ein "... Let's do something awesome, not temples again - I wanna go rafting!..." Ich also "I'm in!" und wir brechen in der Nacht von Freitag auf Samstag auf einen Eintagesmännertrip auf. Rafting ist der Plan, nach einer Busfahrt durch die Nacht kommen wir völlig übermüdet (Schlafen bleibt auf diesen 'Highways' ohne irischen Schlaftrunk - Whiskey unmöglich) am Zielort an und erfahren, dass es dort kein Rafting gibt. Stimmung - Null, Wut 180. Die erste email sagte A, die zweite hingegen sagte B. Unglücklicherweise las unser indischer Kollege die zweite email nicht, also waren wir 650 km am falschen Ort, 4 Stunden vor Beginn des Raftings. Auf deutschen Autobahnen kein Ding, in Indien sind 650 km eine Tagesreise (der Schotterweg Wassersportgelände, Mainau, Litzelstetten ginge als Highway durch).
Nach einigem Missmutigsein entscheiden wir uns umzubuchen und Kajaking, ein bisschen Stromschnellen und so eine Bootstour zu machen. Die Stimmung hebt sich schlagartig mit dem Einsitzen in den Kajak, Ire, Spanier, Holländer und ich machen sich mit einem Inder als Führer auf und stechen in Fluss. Man kajakt so dahin und plötzlich ruft der Inder 'look, crocodile'. Wir sind etwas erstaunt, wir sind vorher auf Safari gewesen und haben keine Tiger gefunden, sind jetzt nicht auf Safari aber paddeln im Fluss mit Krokodilen. Der Holländer hat Todesangst und erstarrt, der Spanier ist sowieso verrückt (ich werde ihm einen eigenen Blogeintrag widmen!), der Ire und ich wollen näher ran, wir sitzen ja in einem Kajak - was kann schon passieren, dürfen aber nicht. Kajaking im Urwaldfluss macht jedoch einen Heidenspaß! Der Rest der Gruppe machte zu der Zeit eine Bootstour in einem halben Fußball aus Metall. Also einfach eine stählerne Nussschale, diese Bootstour endet am anderen Flussufer in felsig, buschigem Gebiet. Wir entscheiden uns, da wir auf der anderen Seite sind, den Fluss schwimmend zu durchqueren, das Krokodil haben wir nicht mehr im Kopf. Auf der anderen Seite erwarten uns große Felsbrocken und eine Menge Spaß in Stromschnellen. Wir klettern also über die Steine, rutschen manchmal ab, aber nichts schmerzhaftes passiert. Dann passiert etwas blödes: Einer der Inder schlägt vor die Stromschnelle als Naturrutsche zu benutzen, man kann auch eigentlich nichts anderes machen, weil das Wasser sehr mitreißend wirkt. Unter der Wasseroberfläche warten aber Steine und man klemmt sich den Fuß ein, das ist eher schmerzhaft. Nach einigen Sprüngen von einem glitschigen Felsbrocken in einen Fluss, der mal 30 cm, mal 2 m tief ist und nach dem Rückweg durch den Fluss findet der Ire eine Seilschaukel. Also ein Seil an einem Baum, man schwingt in etwa 5-10 m Höhe an einem alten Hanfseil im Dschungel herum, super!
Auf dem Weg zurück machen wir halt an einer Krokodilfarm (viele viele Krokodile), spielen ein bisschen Cricket (eigentlich nur der verrückte Spanier), jagen kleine indische Kinder (nur ich, Huckepack auf einem Belgier, siehe Bild) und besteigen unseren Bus in Richtung Liquorstore. Im Bus haben wir eine kleine Party, weil wir sowieso nicht schlafen können, wegen der schlechten Straßenverhältnisse. Nach einem kleinen Zwischenstopp (am Meer, weil Küstenautobahn) inklusive Omelette mit Toast bei einem Typen, der auf Feuer am Straßenrand kocht und irischer Großmutters Schlaftrunk - Whiskey, schlafen wir wie die Babys und erreichen am Sonntag Morgen nach einem unglaublich guten Tag Nichtraftings Manipal.
Wie man in Indien einen wunderschönen Strand erreicht schreibe ich vielleicht gleich noch.
Namaste

Dienstag, 9. August 2011

Mysore Palace und seine Straßenverkäufer

Ich schreibe jetzt über das Wochenende vor dem vergangenen Wochenende vor dem vergangenen Wochenende, dieses endete mit einer Tour nach Mysore. Auf dem Weg dahin gibt es einen uralten Tempel, weil Sonntag ist, kann man die Besichtigung knicken. Sonntags arbeitet man auch hier nicht soviel und geht deshalb nicht als Tourist, sondern als praktizierender Hindu in den Tempel, den wir so gerne auch gesehen hätten. Naja von außen sehr schön golden mit Verzierungen. Eine Mischung aus Mayatempel und Kölner Dom. Und ich komme zum ersten Mal mit indischen Straßenverkäufern in Kontakt. Man hat ja helle Hautfarbe und wird deshalb sofort gefragt "where are you from"- "Europe" - "which country?" - "Germany" - "aaah, Berlin, Munich, do you have coins in your currency?"... Er wollte erstmal nichts verkaufen, sondern Münzen haben. Irgendwie scheinen die zu glauben, dass man die Weisheit Deutschland Berlin und München zuordnen zu können, in Euromünzen umtauschen zu können. Ich jedenfalls trage nur Rupien mit mir rum und muss ihn leider enttäuschen. Um mich herum passiert das gleiche mit den anderen und ich bin beeindruckt vom Wissen über die Hauptstadt Rumäniens, wer interessiert sich für Bukarest? Wir haben ein paar Inder dabei, die uns sagen man solle schön handeln, der Kram der da verkauft wird ist eh alles Mist. Also fängt man fleißig an zu handeln "How much is the Ganesh?" (Ganesh ist der Gott mit dem Rüssel, er verfolgt mich; ich stehe vor einem Tempel und frage die Brahmanen (Priester) welchem Gott dieser Tempel gewidmet ist, sie verstehen kein Englisch und gucken sich gegenseitig an. Ein Spanier macht wildeste Südeuropazeichensprache und aus seinem Mund kommt ein verrücktes 'WHICH GOD?' auf das der eine Brahmane 'Ganesha' antwortet. Ich mache wie im Kindergarten den Elefantenrüssel mit dem Arm, halte mir mit dem anderen die Nase zu und mache das Elefantentröten aus der Sendung mit der Maus. Die beiden Brahmanen freuen sich wie Schneekönige - der bärtige Europäer weiß, dass Ganesh eine Art Elefant ist...) - "Ganesh, 600 Rupies", ok ich denke mir, das bisschen Holz und biete ihm 100, was ich persönlich zwar für eine Frechheit halte, ich will den Ganesh aber auch gar nicht haben. Wir einigen uns nach einigem 550 - 100 - 500 - 100 - 450 - 100 ich wende mich ab und gehe ein paar Schritte und höre ein "Boss, 350, last offer" (Boss ist hier jeder: Kellner, Schaffner im Bus, Sicherheitstyp, Auskunftsmann, eine Anrede, die man nicht unhöflich findet.) Wir einigen uns auf 300 Rupien für 2 Ganesh, ich verkaufe einen für 150 Rupien an einen Belgier und ziehe nach einigem Warten auf die Kaufwütigen mit meinem Holzgott von  dannen. Auf dem Weg zurück zu unserem Bus müssen wir den Berg auf dem der Tempel seit Ewigkeiten steht (einer der heiligsten 8 Hügel Indiens) ein wenig herabschreiten, gehen also die Straße entlang und sehen vor uns eine Kuh. Das ist nichts Ungewöhnliches auf der Straße, diese Kuh aber bewegt sich in Richtung eines anderen Reisebusses und fängt an den rituellen Blumenschmuck vor dem Kühlergrill zu verspeisen. Es ist eine Kuh, also darf man nichts dagegen tun. Wenige Sekunden später blicke ich nach links auf die Straße, ein Roller kommt angefahren, am Steuer ein Mann, vor dem Mann ein sehr kleines Kind, hinter dem Mann ein größeres Kind und die Mutter ganz hinten im Sari (also seitwärtssitzend, macht man hier so, weil man sonst nackt wäre. Ein Sari ist quasi eine Tunika - für die Lateiner unter uns). Das größere Kind hält eine Tüte Chips und ganz flink kommt ein Affe angesprungen, schnappt sich die Tüte und ist zurück im Baum.
Alles Glühbirnen, wer tauscht sie aus? - Bleibt unklar!
In Mysore selbst schauen wir uns erstmal einen Palast an, ich laufe durch diesen Palast mit einer unserer indischen Betreuerinnen und frage sie, wie dort alles aus Gold (Eine Sänfte aus purem Gold, 750 kg), Silber, Elfenbein und Diamanten sein kann und Indien trotzdem so arm ist. Ich lerne, dass unsere britischen Nachbarn zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit Indiens (Gandhi ist auf jedem Geldschein) quasi jeden Palast und Tempel leergeräumt haben. Tatsächlich sind die meisten Heiligtümer ihrer goldenen Statuen beraubt.
Alles sehr beeindruckend, erinnert an den Louvre nur in Gold. Wir kommen zu spät zum Elefanten- und Kamelreiten und ich bin unendlich böse mit der indischen Unpünktlichkeit, die machen doch tatsächlich den Elefantenreitstand ausgerechnet an diesem Tag 5 Minuten früher zu.
Vor unserer Rückreise gibt es dann noch den geplanten ausgiebigen Fototermin mit dem Mysore-Palast in der Nacht, sieht sehr beeindruckend aus, weil alles so schön leuchtet. Die beiden anderen Wochenenden, den Strand, das Essen und den generellen Tagesablauf beschreibe ich später.
Namaste

Donnerstag, 28. Juli 2011

Dieses Monte Carlo

Hotellobby/-Restaurant/-Wohnzimmer 1000 Rupien die Nacht
Namaste, wenn man hier neue Leute kennen lernt läuft das immer nach demselben Schema ab, "Hi, I am Philipp, I am German" - "I am ... from ...". Dann tauscht man fix das Studiengebiet aus und fragt "Have you met your professor?". Und ich habe meinen Arbeitgeber getroffen, mich kurz vorgestellt und mit ihm ein bisschen Klönschnack über die Reise und das Essen und mein bisheriges Empfinden gehalten. Er war erfreut, ich war erfreut und so hat er mir ein paar Arbeitsaufträge gegeben. Ich gebe zu, dass ich mich noch nicht überarbeite, aber es ist auch schwierig neben all den Pflichten als internationaler Austauschgast, seine Zeit zum Arbeiten zu finden. Im Büro muss man sich damit herumschlagen, was man am Wochenende macht, so bin ich letztes Wochenende in den Bandipur-Nationalpark und nach Mysore gefahren. So eine Organisation läuft eigentlich immer gleich ab: Am Anfang steht der Wille einer Einzelperson "I wanna go ..., you in?". In diesem speziellen Fall hat der Ire Ryan seinen Wochenendplan so eingeführt "We'll book the bus to Bandipur national park for friday 9 pm, have an early morning safari, see some tigers and shit, go to Ooty, dinner in Ooty, drinks in Ooty, hotel in Ooty, see some temples, or whatever there is to see and go back to Manipal, you in?" - "Definitely, nice plan". Da dies ein großartiger Plan war, fanden sich schnell knapp 30 Mitstreiter, glücklicherweise darunter 4 Inder, da Busfahrer kein Englisch sprechen und auf die Frage nach einem "stop for water please" - "water?, yes, water!" einen Stop an einem berühmten Wasserfall machen. Viele Köche verderben den Brei und man plant am Ende doch um...
Bild von mir persönlich geknipst.
Zwei Busse inklusive Busfahrer fahren mit uns beladen um 9 Uhr abends los, unsere Busfahrer überholen rücksichtloser als jeder M3-Fahrer in jeder Kurve, bergauf, bergab und obwohl wir schneller als jeder andere Bus/Lkw/Motorrad/Pkw unterwegs sind ist die Durchschnittsgeschwindigkeit trotz Schnellstraße bei etwa 25-35 km/h. Wir erreichen den Nationalpark daher nicht früh genug, können nicht auf Morningsafari gehen und gehen deshalb erstmal in unser Hotel vom Typ Bretterverschlag, Dschungelcamp. Die Wände aus Wellblech oder diesem bunten Billigkunststoffwandtyp, jegliche Stützen aus Holz, Böden aus Kacheln (selten) oder gestampfter Erde und Teppichen. Da es sich um ein Dschungelhotel handelt, sind auch diverse Dschungeltiere vorhanden. In unserem Fall Hunde, Makaken und andere Affentiere, sehr schlau. Da wir von der langen Reise erschöpft einfach unsere Sachen in die 'Hotelzimmer' geworfen haben um zu frühstücken, haben wir keine besonderen Vorkehrungen getroffen. Es kommt also wie es kommen muss und die Affen ergreifen Besitz jeglicher Kekse, Chips, Kosmetikartikel mit angenehmem Geruch. Jetzt kann man sagen: Glück hat der, der keine Kosmetikartikel mit sich führt (man könnte es vermuten, jedoch gehöre ich nicht dazu) oder derjenige der seinen Skirucksack mit den besonders festen Reißverschlüssen nutzt, mein Typ. Diese flinken Äffchen haben tatsächlich die Rucksäcke aufgemacht und alles geklaut. 
Safari haben wir natürlich trotzdem gemacht, also in diesen interessanten Jeep gestiegen ein bisschen rausgehängt vom Typ Steven im Film Schule ("... na denn Attacke oder?"). Dann sieht man Pfauen, ein paar riesige Vögel, natürlich Tempel, leider keine Tiger, aber wenigstens dann doch noch einen wilden Elefanten und ein Bison. So ein Bison ist einfach verdammt groß, also so richtig groß! Safari ist eben nur in den Randgebieten erlaubt, im "coreforest", wo die Tiger leben, wobei jeder einzelne ein Revier von etwa 2,5 km³ beherbergt kann und sollte man sich nicht aufhalten, jedoch ist dieser nur durch einen schmalen Fluss getrennt. Dazu kommen natürlich alle möglichen nichtscheuen Tiere wie Dschungelrehe, Kühe (die laufen sowieso überall herum) und Katzen und Hunde (laufen auch überall rum). Dazu sehr viele exotische Pflanzen und eine Menge Spaß mit den Mitrerlebenden. Glücklicherweise hatte unser Jeep Aditi, IAESTE am MIT, an Board. Sie hat uns dann parallel noch alles mögliche, was der Fahrer so auf Hindi vor sich hingesagt hat, übersetzen können.
Nach einer langen Safari kommt der Gedanke auf, man müsse noch schnell den Geburtstag des Tages feiern, also ab zum Liquorstore und das leckere Kingfisher eingepackt (hier gibt es alles von Kingfisher: Airlines, Bier, Hotels, ... sogar der Formel 1 Rennstall Force India soll dazugehören). Da hier immernoch Winter ist, geht die Sonne früh unter und wir müssen schnell Richtung Hotel, Tiger-Ranch zurückkehren (Die Autos können den Dschungelfeldweg natürlich aus Gründen misslicher Traktionsverhältnisse nicht nutzen). Das ganze fing dann auch wie die Nachtwanderung auf der Klassenfahrt an, entwickelte sich aber zum Erschreckspiel Horrorfilm, da ein einzelnes Tier auftauchte. Im Dunkeln sehen die auch alle gleich aus, problematisch ist nur, dass Ochsen und Dschungelhirsche etc. Herdentiere sind. Ein einzelnes dunkles Wesen rieche eher nach Panther sagte uns unser Führer (natürlich erst danach). Jedenfalls zurück auf der Tiger-Ranch gibt es indisches Abendessen (überhaupt gibt es eigentlich immer indisches Essen, daran gewöhnt man sich und es ist wirklich lecker) und europäisches Abendtrinken am Lagerfeuer mit Dschungelgeräusch im Hintergrund und ab und zu einem Feuerwerkskörper, den wir an Silvester unter dem Decknamen "Besonders laut aus China und in Europa nicht zugelassen" auf dem Schwarzmarkt erwerben würden. Die Knallgeräusche halten wilde Elefanten davon ab sich zu nähern. Man lernt andere Hotelgäste kennen und macht sich einen schönen Abend, der länger und länger wird, da man ein bisschen Angst hat, die Affen könnten einem das Bett verunstaltet haben.
Glücklicherweise haben sie das nicht und lassen mich und meine Zimmerkollegen schlafen, am Morgen stellt sich heraus, dass einige Affen in einem weiblich bewohnten Badezimmer morgens um 6 das Badezimmer okkupieren und für einigen Schrecken sorgen, aber sich nicht über die Maße danebenbenehmen.
Wie man sich aus dem Dschungel wieder entfernt und sich die Stadt der Könige und Maharadschas, Mysore anschaut, schreibe ich vielleicht morgen, wenn ich wieder arbeite. Achja apropros Arbeit, die Überschrift Monte Carlo beschreibt was ich hier tue: Radioaktiven Zerfall mithilfe von Zufallszahlen simulieren, das ist aber nicht annähernd so spannend wie Indien und seine Herausforderungen.
Namaste

Donnerstag, 21. Juli 2011

Nur ein paar Bilder

Da mein polnischer Mitbewohner sich die Zeit nimmt mit seiner deutlich besseren Kamera Bilder zu schießen, sehen die auch besser aus. Glücklicherweise nimmt er sich auch die Zeit und das Trafficbudget (10 Gigabyte maximal pro Monat) diese hochzuladen. Auf: http://indie-iaeste.blogspot.com/ kann man das nachgucken, ok ich gebe zu es ist polnisch, man kann es sich übersetzen lassen, muss man aber nicht.
Für alle die, die mal wissen wollen wie Gäste des MIT in Indien untergebracht werden. Was der junge Mann an Essen fotografiert, esse ich auch.
Die Geschichte mit der Physik kommt auch bald.

Dienstag, 19. Juli 2011

Mein erstes Wochenende

Nachdem man nach dem Entpacken (für alle, die noch nie mit mir verreist sind: Entpacken = Koffer auf, wichtige Sachen raus, Sachen rumliegenlassen, gehen) sich so fit fühlt, macht man das Beste aus dem angefangenen Abend.
Man guckt sich die Stadt mal zu Fuß an, gewöhnt sich an Straßenverkehr (mittlerweile höre ich nichtmal mehr das Hupen) und kauft das Nötigste. Danach lernt man kulturelle Dinge kennen, z.B. muss man in Indien unbedingt mal etwas vom Straßenverkäufer kaufen. Ja in jedem Reiseführer steht drin: mach das nicht! Aber es ist ein Erlebnis mal so Rauchware zu probieren, auf die Frage "is that illegal?" kommt eine Antwort wie "nobody asks that", also mal probieren, ist wie Shisha eisgekühlt mit interessantem Geschmack, achja man sagte vorher "your head will - boom", indeed sir, it booms. Irgendwie landet man dann beim Abendessen, das mündet irgendwie in eine Bar, diese muss zwar schon um 0:00 schließen, aber bis dahin ist genug Zeit für die Einheimischen völlig abzudrehen und für die Europäer zu erkennen, dass europäischer Bierdurst nichts für die Nachahmung Ungewohnter ist.
Nach einer so anstrengenden Nacht muss man natürlich erstmal eine Mütze Schlaf bekommen und genehmt sich gegen 13:00 ein Frühstück, etwas Indisches, wobei ich mir Namen nicht merke(n kann). Da ich leider zu spät war um mit nach Goa zu fahren (Party, Party, Party, aber der Bus war schon voll) fuhr ich nach Udupi und hab mir das mal angeguckt. Der interessante Teil der Geschichte ist das Busfahren: Den richtigen Bus zu finden ist nicht so schwer, man macht einfach die Ohren auf. Reiseziele sind natürlich nicht auf Schildern (erst gar nicht elektrisch) angeschlagen, sondern der Schaffner weist zurückhaltend darauf hin, dass der Bus aus dem er raushängt ein Ziel hat: "UDUPI UDUPI UDUPI UDUPI UDUPI UDUPI UDUPI UDUPI UDUPI UDUPI UDUPI UDUPI UDUPI UDUPI" für diese Zeichenkette braucht ein erfahrener Schaffner ernsthaft etwa eine Sekunde, wahnsinnig schnell. Gleichzeitig kann er das natürlich auch zurück nach "MANIPAL MANIPAL MANIPAL MANIPAL MANIPAL MANIPAL MANIPAL MANIPAL MANIPAL MANIPAL MANIPAL MANIPAL". Jedenfalls setze ich mich recht naiv in den Bus, erkenne noch, dass auf der rechten Seite für Frauen reserviert ist, puh, erstes Fettnäpfchen umfahren. Dann aber sofort der erste Fehler: Ich hänge ganz lässig meinen Arm aus dem Fenster, fühlt sich erfrischend an! es ist aber nicht ungefährlich, da man den Arm auf der Fahrt möglicherweise liegen lässt! Trotz allem ist so eine Busfahrt etwas ganz Besonderes, gerade wenn man dabei einen Elefanten überholt. Ich war natürlich der Einzige, der mit großen Augen im Bus saß. Jedenfalls nimmt man in der Regensaison in einem Bus ohne Fenster und Türen einiges an Wasser mit, mittlerweile bin ich aber daran gewöhnt, Füße, Schuhe und Hosenbeine sind selten trocken. Meinen Samstag beende ich früh, die Müdigkeit der Reise übertrumpft das Adrenalin des Neuen und des Straßenverkehrs.
Dosa, typisch indisches Essen
Philipp ist aber gewillt auch kulturell etwas mitzunehmen, also gehe ich am Sonntag mit einigen anderen Praktikanten und ein paar Betreuern ins Kino, Dehli Belly, sehr lustig, wenig indisch, leider sehr viel hindi, das heißt kein englisch, keine Untertitel. Meine indische Sitznachbarin war aber so freundlich das Wichtigste zu übersetzen. Provinzkino in Indien ist aber nicht einfach ein kleines Kino, nein man verkauft Karten bis keiner mehr kommt. Man zahlt ja auch für den Film, nicht für den Sitzplatz. Gleichzeitig ist Kino auch etwas besonderes, und da dieser Film mit Schimpfwörtern und Fäkalhumor gespickt war, jubelte man häufig, Jubeln ist aber kein "oooohahahaha" wie im Wernerfilm, sondern ein Preifkonzert das nichtmal die Fortuna in Köln kriegen würde (okay, das ist vielleicht übertrieben). Kino ist aber ja nicht so richtig kulturell hochwertig, also besuche ich zum ersten mal einen Tempel (ich glaube, ich werde noch mehr davon sehen). Udupi Temple, sehr alt, erstaunlich viel Silber und Gold! Bei Tempeln lässt man sich nicht lumpen in Indien. Das absolute Highlight ist aber das Tempeltier. Dieses ist nämlich ein Elefant, jeder Tempel hat einen Tempelelefant, von diesem kann man sich auch segnen lassen. Der Elefant nimmt dafür ein Geldstück, in meinem Fall 2 Rupien (ca. 32 cent), das heißt der Elefant hält einem seinen Rüssel hin, man legt das Geldstück hinein, er hebt seinen Rüssel an, stupst dem zu Segnenden auf den Kopf und gibt das Geldstück mit einem klirrenden Geräusch seinem Herrn weiter. Wahnsinn, dieser riesige Elefant und so ein angenehmer Stups, man fühlt sich auch direkt besser. Also beschließe ich mehr von dieser Religion zu erfahren, die mir solche Freuden beschert. Zuerst gibt es aber etwas zum Abendessen, sehr traditionell in der Nähe des Tempels: Dosa, wie ein dünner großer etwas festerer Pfannkuchen, mit interessantem Dip, nach Belieben auch mit scharfem Innenleben.

Symbolik im Hinduismus (steh nich auf Bilderkippen), hat auch mit dem Text nichts zu tun

Ich nehme bis zum 30.09.2011 noch Bestellungen an.
Im Gespräch lernt man also drei Hauptgottheiten kennen, deren Namen ich aus Respekt nicht versuche zu schreiben. Dazu hat jeder dieser Götter viele Kinder und jeder ist mit jedem Verwandt, ein bisschen wie in der Bibel, nur dass hier jedes Kind die Familienverhältnisse kennt, wohingegen man in Deutschland komisch angeguckt würde, fragte man nach den Söhnen Abrahams. Liebe katholische Kirche: Nehmt euch ein Beispiel am Hinduismus, bringt diese Art religiöses lustiges Taschenbuch heraus, Amar Chitra Katha. Natürlich habe ich sofort zwei erstanden (Es gibt anscheinend hunderte dieser Hefte!)!
Jedenfalls lässt man so ein Wochenende dann gerne bei dem leckersten Schokoladeneiskaffee überhaupt ausklingen, die Speisekarte offerierte verschiedenste Versionen, alle mit Devil oder Sin im Namen, sehr schokoladig, sehr super!
Irgendwann fängt man aber zu Arbeiten an und macht tatsächlich das mit der Physik, das ist aber eine andere Geschichte.

Samstag, 16. Juli 2011

Odysseus in Manipal

Nachdem also kein Taxifahrer bereit war mich einzupacken, bzw an dem Ort abzusetzen den ich als mein Ziel auserkoren hatte, ging ich guten Mutes zu Fuß los. Interessanterweise war das auch die richtige Richtung, kam an einem riesigen Schild vorbei, darauf stand: "Manipal Institute of Technology"(MIT)  - Nice, ich bin also angekommen: Tourist Philipp packt die Digitalkamera aus, macht das Siegerfoto, geht zum Eingang und fragt den Wachmann wo denn das Innovation Centre wäre. Er verweist mich an die Manipal University, die deutlich weiter weg sei. Also drehe ich um und suche die Universität. In diesem Moment schlägt dieser Wassereimer, den wir aus der Entfernung Monsun nennen, zu! Kapuze auf den Kopf und weiterlaufen. Da erbarmt sich ein Rikschataxi, nimmt mich auf und fährt mich zur Manipal University, 20 Rupien, interessanterweise kostet jede Taxifahrt 20 Rupien, bisher habe ich nur einmal mehr gezahlt. An der Universität scheint der Wachmann vom Fach zu sein, er erkennt den Regen an und lässt mich in seine Wachmannbude. Dann ruft er interessante Sachen in sein Telefon und pfeift energisch das nächste Taxi ran. Das fuhr mich dann tatsächlich zurück zum MIT. Da war ich schon misstrauisch, vorhin war das ja noch falsch, naja.
Vor Gebäude 3 steht dann so eine Art bunter Wachmann, je bunter desto hochrangiger, denke ich mir in Gedenken an Herrn G. aus Lybien, und diesem zeige ich meinen bis dahin völlig durchnässten Ausdruck meiner letzten Email, in der nur drin steht wo ich nach meiner Ankunft hingehen soll. Der Finger deutet immer wieder auf "Innovation Centre" (Ich hatte irgendwie im Kopf das sollte in Block 4 sein), der Wachmann guckt irgendwie genervt und sagt was zu meinem Taxifahrer. Dieser fährt mich also zum Block 14, das sei das Richtige. Dort angekommen zahle ich das erste mal keine 20 Rupien sondern soll 70 löhnen, da biete ich ihm 40 und wir einigen uns auf 50. Das hätte Spaß gemacht, wäre ich nicht total übermüdet, durchnässt und hilflos vor dem nächsten Gebäude gestanden.
In diesem Gebäude gab es links eine Pinnwand mit vielen Flyern mit IAESTE Logo, denke ich mir: Super du bist also da. Laufe zum Mann am Empfangstisch und sage ihm ich sei Philipp aus Deutschland, man erwarte mich. Irgendwie hat er das anders gesehen und mich nach einigen Telefonaten in einem 1-Zimmer Appartement mit Klimaanlage untergebracht. Ich sollte aber nicht auspacken, ich würde nochmal umgezogen in ein Gruppenzimmer. In meiner misslichen Lage, immer noch nicht angekommen zu sein, nach wie vor hat dieser Mann keinen Plan gehabt wo ich hingehöre, er schien zufrieden mich in diesen Raum gepackt zu haben, versuchte ich ein bisschen zu ruhen. An dem Punkt drängte sich mir der Gedanke auf, warum mache ich das überhaupt: Hier ist kein interkultureller Austausch, man versteht einander nicht. Es regnet ununterlässlich und ich habe keinen Regenschirm. Es ist laut, riecht komisch und irgendwie große Ungeziefer.
Nach wenigen Minuten nervösem Dösen war ich entschlossen dieses blöde Innovation-Centre zu finden. Auf den Flyern stand etwas von "Innovation Centre, Academic Block 4, First Floor" also suche ich Block 4 und habe dabei Glück. Genau an der Stelle, wo der Wachmann noch sagte "Innovation-Centre" Block 14, sehe ich also Block 4, schreite durch ein gläsernes Portal (Bis dahin sah alles gleich ockerfarben aus), steige die Treppe in den ersten Stock, sehe IAESTE, finde sofort jemanden der mich zum gefragten Büro bringt und ich bin endlich angekommen. Ein heller Raum, superfreundliche Leute und Namensschilder auf denen Länder stehen. Ganz vorne Germany, verteilt auf den Raum Poland, Oman, und Ländernamen, die ich nicht schreiben kann. Meine Stimmung hellt sich schlagartig auf, als ich einen WiFi Zugang bekomme. Guten Mutes schreite ich zurück zu Block 14, packe meine Sachen, lege einem anderen Empfangstischmann den Schlüssel auf den Counter, finde meine Email, die dieser als Quittung einbehalten hatte und bin weg.
Nur noch ein paar Formalitäten und mein Hostel-Zimmer beziehen. Auf dem Weg zum Hostelzimmer erklärt mir einer der Koordinatoren er wäre am Tag zuvor morgens am Tiger Circle (Manipal Zentrum, wo alle Busse ankommen), gewesen um mich abzuholen. Als ich nicht ankam machte man sich Sorgen, da zeitgleich mit meiner erwarteten Ankunft am Flughafen auch die Bombings in Mumbai anfingen.
Hätte ich mich also nicht mit dem Ankunftsdatum verrechnet (ich lande am 14.07, also komme ich am 14.07 auch an ist leider nicht richtig mit 8 Stunden Busfahrt), wäre das alles wie geschmiert abgelaufen.
Dazu muss ich aber sagen, es gab deutlich interessantere Wege hierhin zu kommen: Tarek aus Syrien hat vom Flughafen Bangalore das Taxi nach Manipal genommen, da alle Flüge und Busverbindungen ausgebucht waren, irgendwie 14000 Rupien und ein überholter Elefant auf dem Weg.
Ich hatte rein monetär also Glück. Und das mit dem Elefant habe ich auch schon nachgeholt.

Ein Paar Stunden Reise

Am Gate angekommen sitze ich also da, Koffer der netten Dame am Fließband geschenkt, die Boardkarten für zwei Flüge in der Tasche. Ich bin einer der Ersten am Gate. Die Anderen bestechen durch effiziente Platzausfüllung der Gatewartehalle. Dubai ist als Touristenort noch nicht ausgestorben. 3 Kategorien Mensch sitzen da: Männlich auf Geschäftsreise mit Ziel Dubai, männlich auf der Reise irgendwohin auf dem Weg zum Umsteigen nach Dubai und füllige deutsche Touristen mit fülliger deutscher Touristenfrau, beide ohne Umsteigewunsch.
Noch ein letztes mal eine mitteleuropäische Bodentoilette, dann ab ins Flugzeug, Fernseher an und 'Airbus Front Cam' sehen, es ist 21:50, man sieht nichts. Im Flugzeug kommt das übliche: Sekt für die Touristenfrau, Bier für den Touristen, Tomatensaft für die Unentschlossenen. Dazu ein Sabbernder auf der rechten Seite und Prototyp deutscher Tourist auf der Linken. Dieser will zunächst das Essen ablehnen, weil der Tisch nicht auszuklappen geht, seine Frau ihm aber doch hilft und die untere Tischkante an der Hauptbauchfalte (Die, die an den Bauchnabel anschließt) fixiert! Nach dem Essen möchte deutsche Touristenfrau sich aber zunächst frischmachen, sie sitzt aber am Fenster, also kommt es wie es kommen muss und Touristenprototyp räumt, beim Versuch sich geschmeidig im Gang zu drehen, mit seinem Heck meinen Tisch ab.
In Dubai erwarten mich mehrere Stunden Aufenthalt, ich gehe damit nicht sparsam um und schlendere so durch die Gegend. Meine Trajektorie ähnelt einer geschriebenen 56, bei der man später erkannt hat, man möchte doch lieber eine 81, ich bin also überall so ein bisschen gewesen. Im Duty-Free Geschenkeshop finde ich Kiloweise NIDO (Nestle Milchpulver Zeug) und habe die Hoffnung vielleicht auch ein bisschen Panda zu finden, ich hätte da niemals nein zu sagen können. Hat leider nicht geklappt, vielleicht auf dem Rückweg. Stattdessen gebe ich mich dem Durst hin und fange an einzukaufen. Ich habe ein paar Dirham und weiß überhaupt nicht was die Wert sind. Ich fange also an: Eine Flasche Wasser 0,6 l, Marke unbekannt, für 7 Dirham. Das ist jetzt mein Referenzwert. Kurze Zeit Später finde ich eine Flasche Sprite 0,5 l, eisgekühlt für 2 Dirham, Schnäppchen Quasi und gönne mir das Dubai-Touristenfrühstück bestehend aus einer Art Big-Mac, dessen Geschmack vom allgegenwärtigen Kreuzkümmelaroma überlagert wird, sogar das Geld riecht nach Kreuzkümmel. Nach einem weiteren Random-Walk am Dubaier Flughafen wird es Zeit die Reise gen Indien anzutreten: Ich schnappe mir also die Financial Times und lese den Titel über die Bombings in Mumbai, Flughäfen in Chennai, Delhi, Kalkutta und Bangalore seien zusätzlich gesichert: Ich bin gespannt, steige in den Bus Richtung Flugzeug und denke mir, die Abgase von den Bussen machen ganz schön viel Wärme. Als ich neben dem Triebwerk des Maschinenvogels meiner Wahl stehe, wird mir klar: Es ist unendlich heiß hier in Dubai. Ich stehe tatsächlich in einer Wüste, aber es ist nicht unangenehm! Und da die Touristen einer Reise ins ferne Indien entsagen, bleiben Einheimische und wenige (4 europäisch anmutende Menschen) andere übrig einander gegenseitigen Schweiß zu riechen. Ich rieche noch immer nichts als Kreuzkümmel.
Es ist irgendeine Uhrzeit, ich habe etwa 2 Stunden Schlaf im Körper, fühle mich aber Pudelwohl. Ich habe jetzt eine interessante Art Essensäquator überwunden (Der Weißwurstäquator kann da nicht mithalten!), zuerst ging das Schwein über Board, jetzt auch noch das Rind. Ich esse aber mal was vegetarisches, interessante Konsistenz gepaart mit Curry, diese weltbekannte Küche der Fluglinie Emirates gibt einiges her. Nachdem sich Sucker Punch als Blödsinn entpuppt, vage ich einen Blick auf den Schirm des Nachbarn, dieser verfällt alle 5 Minuten in Lachkrämpfe, also mal gucken. Es ist den Farben nach Bollywood, die Handlung teilt sich in zwei Elemente: 1) Ältere Herren streiten sich, am Ende kommt etwas Witziges, Mann neben mir lacht. 2) Junge Menschen tanzen, am Ende kommt etwas Witziges, Mann neben mir lacht. Ich bin fest entschlossen Bollywoodfilme zu gucken!
In Bangalore bekomme ich unerwartete einfach meinen Koffer, kann unerwartet zügig einreisen und komme unerwartet früh in Kontakt mit meinen neuen Freunden: Typ Kleinunternehmer, Branche Reiseführung. Noch in der Ankunftshalle, die durch das Militär von Nichtreisenden geschützt wird, bietet man mir Lautstark und vehement seine Dienste als Taxifahrer, Hotel oder Abenteuerreisenveranstalter an. Ich habe aber einen Plan: Ich gehe erstmal Geld tauschen, 40€ sollen irgendwie sowas wie 2330 INR wert sein, ich erhalte 2300, seien ja noch Tax etc. drauf. Ich fühle mich zunächst in meiner Reiseehre gekränkt, kann aber mit dem Betrug über 80 cent noch zufrieden sein, wie ich später feststelle. Laut Plan reise ich jetzt mit dem Bus nach Kempegowda, Majestic Bus Stand, mitten in Bangalore. Ok raus aus dem Flughafen- rein ins Getümmel. Ich sauge gerade alles neue auf, mit Augen, Ohren und Nase - und bin zunächst überwältigt. Ich sehe zwar kaum ein Auto in Bewegung, trotzdem hupt man nach Belieben. Das System dahiner wird mir später aufgehen. Auf meiner Suche nach dem Busterminal am Flughafen Bangalore International, über dessen Größe der Flugplatz in Konstanz sich als International definieren könnte, wimmele ich effektiv die nächsten 40 Kleinunternehmer vom Typ Reiseführer ab. Ich wirke mit meinem roten Bart einfach zu europäisch und damit unendlich reich!
Der Bus in die Stadt hat Türen, einen Fahrkartenverkäufer (Schwarz fahren gibt's nicht! Du steigst ein, wartest, bezahlst dein Ticket), einen Fahrer und eine richtig knackige Soundanlage, die die Reisenden richtig in Fahrt bringt. 
Man traut sich also aus dem Fenster zu schauen (links) und sieht sich in allen Erwartungen bestätigt: 1 Mio Rollerfahrer ohne Helm, junger Mann am Steuer, eine beliebige Anzahl Kinder auf dem Sitz und die Mutter hinten drauf, Sicherheitsgurt vom Typ 'Mutters Arm'. Bei Anwesenheit nur eines Kindes ist es möglich während dem Rollerfahren dieses zu Stillen. Beim Blick nach rechts sehe ich einen Bus vom Typ 'Bud Spencer und Terrence Hill in Brasilien in den 50er Jahren' proppevoll mit einer großen Anzahl  von Reisenden auf den Stufen, achja natürlich ohne Türen.
Und dann passiert etwas völlig unerwartetes um 18:30 Ortszeit geht einfach die Sonne unter, die Dunkelheit passt zwar in meinen Biorhythmus, nicht aber in den Plan in Bangalore meinen Anschlussbus zu finden. Dort bin ich als Reisender aus dem neuen roten Bus mit Türen ein potentieller Kunde für die nächste Schar Kleinunternehmer, diesmal möchte ich doch den Dienst in Anspruch nehmen und frage nach dem KSRTC Stand. Anscheinend sei das nicht das Richtige für mich, ich bräuchte etwas Besseres, er kenne sich aus und möge mir helfen, my friend. Nein Danke, ich gehe mal in -hmmm- diese Richtung: Dort ist eine Sicherheitskontrolle und ein verblichenes Schild KSRTC, das war ja leicht. Sicherheitskontrolle meint: Da ist so ein Automat, der immer piept wenn jemand hindurchschreitet, vielleicht greift man ein, wenn es nicht piept, man weiß es nicht. Dahinter erreichen mich erneut Kleinunternehmer, erneut versuche ich ihre Dienste in Anspruch zu nehmen und frage nach der Toilette. Ich habe mich auf einiges vorbereitet und am Ende sieht das da nicht viel anders aus als die alte Pipirinne in Knechtsteden, nur dass das viel größer und geruchlich anspruchsvoller ist. Es riecht nach allem, nur nicht sauber. Ich habe noch ein paar Stunden Zeit und lese ein bisschen, Koffer zwischen so Pollern eingeklemmt, Rucksack um die Beine, ich bin ein wenig misstrauisch. 
Da sitze ich also in Indien, es ist wahnsinnig laut, es riecht nach komischen Sachen, ich scheine eine Attraktion zu sein, mein roter Koffer ebenso. Da kommen kleine Kinder und erklimmen ihn, halten sich am Griff fest und sind die Könige der Welt und tippen mir ständig auf Kopf, Schulter und Gesicht rum. Ich kontrolliere relativ panisch die Anwesenheit von Geld, Reisepass und Handy, doch diese Kinder sind nicht durch die Ausbildung in der Düsseldorfer Weihnachtszeit gegangen. 
Meine Abfahrtszeit rückt näher und ich versuche rauszufinden welchen Bus ich nehmen will. Leider bin ich nicht fähig den örtlichen Englischdialekt zu verstehen, bis ich an einen Wachmann gerate, welcher viele bunte Sachen um sich herumhängt. Dieser spricht englisch und kann mir sagen, dass Gate 1 das Richtige ist. Da ich als planungsorientierter Mitteleuropäer meine Busreise im Voraus gebucht hatte und ich wusste es ist das Modell Volvo Airvat (Klimaanlage ist Top-Notch) suchte ich mir den europäisch anmutenden Reisebus, verschenkte meinen roten Koffer an diesen freundlichen Herren und ließ mich nach Vorweisen des Reisepasses in den Bus schieben. Dieser ist sehr bequem, es fällt mir aber schwer zu schlafen, der Blick aus dem Fenster ist atemberaubend. So viele Menschen auf Rollern, in Bussen, wenige in Autos, aber vor allem auf der Straße, ganz viele kleine Läden vom Apple-Trusted Reseller zum Handyverkäufer Typ 'Vom Laster gefallen' Es ist etwa 22:30 und es bleibt gewohnt laut.
Beim Blick auf die Uhr ist es irgendwann 3:00 morgens, es bleibt laut und die Hütten, auch Bretterverschläge am Straßenrand genannt, sind beleuchtet, der örtliche Kleinunternehmer ist bereit die Nachfrage der Laufkundschaft zu bedienen.
Ich sehe mich einem anderen Problem gegenüber stehen: Ich kenne den Fahrplan nicht, und verstehe nicht was der Reisebegleiter ruft. In einem Ort, an dem Viele Firmen Manipal im Namen stehen haben, fühle ich mich dem Ziel nah genug, den Bus zu verlassen. Mein Buskutscher ist aber informiert und sagt mir "Udupi?" - "No, Manipal" - "Next Manipal, Sit" - "Thank you, Sir". Ich steige also doch nicht aus, setze mich aber in die erste Reihe um das volle Geschmackserlebnis Indischer Straßenverkehr zu erhalten. Ich glaube, ich werde gerade in die Feinheiten der Hupenbenutzung eingewiesen: Vor dem Überholen, nach dem Überholen, wenn man anzeigen möchte, dass der Hintermann überholen soll und wenn man den Vordermann überholen möchte. Beim Spurwechsel, Abbiegen oder aus Freude. Interessanterweise gibt sehe ich kaum Schrammen: Weder an Autos, Autorikschas (Dreiräder mit Motor und lustiger Musik), Motorrädern oder Bussen. Man unterhält zwar Ampeln, diese sind aber im Dauermodus gelbes Blinken. Gleichzeitig scheinen alle Verkehrsteilnehmer hier Energie zu sparen. Das Licht wird nur angeschaltet wenn unbedingt notwendig: wenn es Straßenbeleuchtung gibt, schaltet man das Licht am Motorrad besser aus. Stattdessen hupt man, wenn man bemerkt werden möchte! Aus meiner ersten Reihe heraus entdecke ich also massenhaft Geisterfahrer, mein Buskutscher - die Ruhe selbst manövriert sein Schiff sicher in meinen Zielhafen Manipal, Am Tiger Circle morgens um halb 7 ist tatsächlich Ruhe. Ich Folge den Anweisungen in meiner letzten Email und fordere den Autorikschafahrer auf mich zum Innovation Centre of MIT zu bringen, dieser schüttelt nur den Kopf und fährt los, alle anderen 'Taxis' sind mit ihren Kunden abgezogen, also mache ich mich zu Fuß auf den Weg in die Richtung, die am ehesten nach Indiens führender Technologiestätte riecht. Bis hierhin hat alles wunderbar geklappt. Die Odyssee beginnt an diesem Morgen.

Edit: Ganz vergessen, die Abfahrt in Udupi verzögerte sich, da eine Kuh auf der Straße stand. Kuh bedeutet stiktes Hupverbot und kein schnelles Vorbeifahren. Wenn es also plötzlich ruhig ist im Straßenverkehr, ist entweder Regensturm (wie in diesem Moment, da hört man nur das Wasser) oder eine Kuh steht im Weg.

Samstag, 9. Juli 2011

Vorfreude

So meine lieben Damen und Herren,


nachdem dann mein Visum doch endlich rangekommen ist freue ich mich auf Düsseldorf-Dubai-Bangalore und am meisten auf den Bustrip von Bangalore nach Manipal. 


Und nur ganz kurz mal eben:
Liebe Verwandtschaft: Meine Freunde aus Sandkasten, Schule und Universität lesen das hier auch, deshalb wundert euch nicht über unziemlichen Sprachgebrauch!


Liebe Freunde aus Sandkasten, Schule und Unität: Meine Verwandtschaft liest das hier auch, deshalb wundert euch nicht über den ungewohnt politisch korrekten Sprachgebrauch!


Warum es das hier überhaupt gibt: Ich versuche euch auf dem Laufenden zu halten. Ich habe gelernt, dass man im Ausland traditionell nicht erreichbar ist und man niemals genug E-mails und Postkarten schreiben oder an alle gleichzeitig denken kann. Und so schreibe ich keine ellenlangen E-mails. 
Jeder (Achja an dieser Stelle fällt es mir ein: Ich werde diese Blogeinträge nicht gendern!) kann also hier nachlesen, was mir da drüben so passiert. Und bevor ich's vergesse: ruhig auch weitersagen, dass man hier was lesen kann.


Für die Coolen unter euch: google+ wird sicherlich blogger zum Lesen integrieren, RSS-Feeds gibt's sowieso, liebe Verwandtschaft: Lasst es euch von euren Kindern erklären oder vorlesen.


Liebe Grüße, noch aus Konstanz